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<title>Demeter Hunyadi</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Demeter Hunyadi</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Demeter Hunyadi</b> (* zwischen 1545 und 1550 in <a href="B%C3%A1nffyhunyad" class="mw-redirect" title="Bánffyhunyad">Bánffyhunyad</a>, <a href="F%C3%BCrstentum_Siebenb%C3%BCrgen" title="Fürstentum Siebenbürgen">Fürstentum Siebenbürgen</a>; † <a href="5._Juli" title="5. Juli">5. Juli</a> <a href="1592" title="1592">1592</a>) war ein bedeutender Vertreter des <a href="Ungarn" title="Ungarn">ungarisch</a>-<a href="Siebenb%C3%BCrgen" title="Siebenbürgen">siebenbürgischen</a> <a href="Unitarismus_(Religion)" title="Unitarismus (Religion)">Unitarismus</a> am Ende des 16. Jahrhunderts. Er übernahm nach der Festsetzung von <a href="Franz_Davidis" title="Franz Davidis">Franz David</a> die Leitung der <a href="Unitarische_Kirche_Siebenb%C3%BCrgen" title="Unitarische Kirche Siebenbürgen">Unitarischen Kirche Siebenbürgens</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben_und_Wirken">Leben und Wirken</h2></div>
<p>Es wird vermutet, dass Hunyadi zwischen 1545 und 1550 in dem unweit von <a href="Klausenburg" class="mw-redirect" title="Klausenburg">Klausenburg</a> gelegenen Ort <a href="B%C3%A1nffyhunyad" class="mw-redirect" title="Bánffyhunyad">Bánffyhunyad</a> (dt. <i>Heynod</i>, rum. <i>Huedin</i>) geboren wurde. 1560 besuchte Hunyadi die Stadtschule in Klausenburg, die im früheren Dominikanerkloster eingerichtet war und später zum unitarischen Kollegium ausgebaut werden sollte. Hier sammelte er auch erste Erfahrungen als Lehrkraft. Unter Fürst <a href="Johann_Sigismund_Z%C3%A1polya" title="Johann Sigismund Zápolya">Johann Sigismund</a> wurde Hunyadi im Anschluss Schulrektor im nahegelegenen <a href="Aiud" title="Aiud">Enyed</a>. Unter seinen Schülern befand sich damals auch der spätere unitarische Theologe <a href="Gy%C3%B6rgy_Enyedi_(Unitarier)" title="György Enyedi (Unitarier)">György Enyedi</a>. Spätestens in Enyed hatte sich Hunyadi dem <a href="Radikale_Reformation" title="Radikale Reformation">radikal-reformatorischen</a> <a href="Unitarismus_(Religion)" title="Unitarismus (Religion)">Unitarismus</a> angeschlossen. Im März 1568 trat er bereits als Sprecher der Unitarier auf der Glaubensdisputation in <a href="Gyulafeh%C3%A9rv%C3%A1r" class="mw-redirect" title="Gyulafehérvár">Gyulafehérvár</a> (dt. <i>Karlsburg oder Weißenburg</i>, rum. <i>Alba Iulia</i>) auf. Einen Monat später begab er sich auf Anraten des siebenbürgischen Fürsten mit anderen Siebenbürgern zum Studium der Philosophie und Rhetorik an die italienische <a href="Universit%C3%A4t_Padua" title="Universität Padua">Universität Padua</a>. Hunyadi erwarb zudem gute Kenntnisse des <a href="Griechische_Sprache" title="Griechische Sprache">Griechischen</a>. Unbekannt ist, ob er auch <a href="Hebr%C3%A4ische_Sprache" title="Hebräische Sprache">Hebräisch</a> gelernt hatte. Nach dem Tod von Johann Sigismund kehrte er im Mai 1571 nach Siebenbürgen zurück. Vermutlich unterrichtete er im Anschluss zusammen mit <a href="Johannes_Sommer_(Theologe)" title="Johannes Sommer (Theologe)">Johannes Sommer</a> und <a href="Jacob_Palaeologus" title="Jacob Palaeologus">Jacob Palaeologus</a> am unitarischen Kollegium in Klausenburg. Das Kollegium war in jener Zeit stark humanistisch geprägt. Unterrichtsfächer waren u.&nbsp;a. Philosophie, Rhetorik und Logik. Hunyadi selbst hatte einen Schwerpunkt in <a href="Aristotelische_Logik" class="mw-redirect" title="Aristotelische Logik">aristotelischer Logik</a>. Unter seinen Schülern befand sich auch der spätere Theologe <a href="M%C3%A1t%C3%A9_Toroczkai" title="Máté Toroczkai">Máté Toroczkai</a>.
</p><p>In dem um 1578 entfachten inner-unitarischen Konflikt um den u.&nbsp;a. von <a href="Franz_Davidis" title="Franz Davidis">Franz David</a> vertretenen <a href="Nonadorantismus" title="Nonadorantismus">Nonadorantismus</a> konnte <a href="Giorgio_Biandrata" title="Giorgio Biandrata">Georg Biandrata</a> ihn für die Partei der (moderaten) Adorantisten gewinnen. Ein weiterer bekannter Adorantist jener Zeit war <a href="Istv%C3%A1n_Basilius" title="István Basilius">István Basilius</a>. Im Juni 1579 trat Hunyadi auf dem Landtag auf und erklärte, die von Franz David formulierten nonadorantistischen Thesen wären neue und von der Unitarischen Kirche bis dahin nicht vertretene Ansichten, was (da es gegen das seit 1572 bestehende Verbot religiöser Erneuerungen, dem Innovationsverbot unter Fürst <a href="Stephan_B%C3%A1thory" title="Stephan Báthory">Stephan Báthory</a>, verstoßen sollte) in Folge zur Inhaftierung Franz Davids auf der <a href="Burg_Deva" title="Burg Deva">Burg Deva</a> (dt. <i>Diemrich</i>) führte, wo er noch im gleichen Jahr starb. Nach Davids Inhaftierung übernahm Hunyadi im Juli 1579 mit Unterstützung Biandratas schließlich selbst die Führung der Unitarischen Kirche in Siebenbürgen. Zugleich übernahm er Davids Pfarrstelle in Klausenburg. Hunyadi war in den folgenden Jahren bemüht, den Einfluss des davidschen Nonadorantismus wie auch des sich im <a href="Szeklerland" title="Szeklerland">Szeklerland</a> verbreitenden <a href="Sabbatarier_(Siebenb%C3%BCrgen)" title="Sabbatarier (Siebenbürgen)">Sabbatarismus</a> einzuschränken, die noch junge Kirche institutionell zu festigen und ihr (auch gegenüber dem neuen Fürstenhaus) Legitimation und Kontinuität zu verleihen. Dies kam u.&nbsp;a. im Glaubensbekenntnis vom 2. Juli 1579, dem Consensus Ministrorum, zum Ausdruck, das von allen unitarischen Pfarrern unterzeichnet werden sollte und mit dem die siebenbürgischen Unitarier im Wesentlichen auf die <a href="Sozinianismus" title="Sozinianismus">soziianische</a> Christologie festgelegt und nonadorantistisch-täuferische Positionen marginalisiert wurden<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Bestandteil des Consensus Ministrorum war beispielsweise die Wiedereinführung der <a href="Kindertaufe" title="Kindertaufe">Kindertaufe</a>. Zugleich wurde ein Konsistorium etabliert, dass das kirchliche Leben in den kommenden Jahren regulieren sollte. In Folge wurden mehrere nonadorantisch oder sabbatarisch predigende Pfarrer entlassen. Auch der Rektor des Klausenburger Kollegiums, <a href="Mikl%C3%B3s_Bog%C3%A1ti_Fazekas" title="Miklós Bogáti Fazekas">Miklós Bogáti Fazekas</a>, musste 1580 gehen und wurde später exkommuniziert. Die von Hunyadi vertretene repressive Kirchenpolitik bedeutete letztlich eine Zäsur in der Geschichte des ungarisch-siebenbürgischen Unitarismus, lähmte die bis dahin offenen theologischen Debatten, öffnete den Weg zu einer Form von unitarischer Orthodoxie<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und führte so zu einer zeitweisen Stagnation in der Entwicklung der Kirche, was nicht ohne Kritik blieb. So blieb ein Teil der Pfarrerschaft demonstrativ den von Hunyadi einberufenen Synoden fern und war nicht bereit, an der Exkommunikation von z.&nbsp;B. sabbatarischen Pfarrern mitzuwirken, dies betraf u.&nbsp;a. Pfarrer aus <a href="Sz%C3%A9kelyudvarhely" class="mw-redirect" title="Székelyudvarhely">Székelyudvarhely</a> (dt. <i>Oderhellen</i>). Widerstand entwickelte sich insbesondere in den Gemeinden in <a href="Ungarn" title="Ungarn">Ungarn</a> und im <a href="Banat" title="Banat">Banat</a>, die sich unter <a href="Paul_Kar%C3%A1di" title="Paul Karádi">Paul Karádi</a> und Benedek Óvári von Hunyadi abwandten, der Nonadorantio gegenüber offen blieben und in den Folgejahren eine selbstständige Entwicklung nahmen (in der Gegenreformation jedoch größtenteils untergingen). Gleiches gilt für die sabbatarischen Gemeinden im Szeklerland. Neben seinen Bemühungen, die unitarische Kirche in seinem Sinne zu einigen und den Einfluss nonadorantistischer, täuferischer und sabbatarischer Einflüsse einzudämmen, stellte sich Hunyadi auch offen gegen den <a href="Katholizismus" title="Katholizismus">Katholizismus</a> und war in den Landtagsbeschluss zur Ausweisung der <a href="Jesuiten" title="Jesuiten">Jesuiten</a> 1589 eingebunden, wenngleich der Beschluss vor allem einen politischen und weniger einen konfessionellen Hintergrund hatte. Zugleich war er bereit, auch stärker mit den übrigen protestantischen Kirchen des Landes wie der <a href="Reformierte_Kirchen" title="Reformierte Kirchen">Reformierten Kirche</a> zu kooperieren, nicht zuletzt um gemeinsam gegen die Einflüsse der Jesuiten in Siebenbürgen vorzugehen. Hunyadi starb unerwartet am 5. Juli 1592 während einer Predigt an einem Schlaganfall. Seine Bemühungen um eine dogmatisch vereinheitlichte Kirche hatten sich indes nicht erfüllt. Sein Nachfolger in der Kirchenführung wurde <a href="Gy%C3%B6rgy_Enyedi_(Unitarier)" title="György Enyedi (Unitarier)">György Enyedi</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke_(Auswahl)"><span id="Werke_.28Auswahl.29"></span>Werke (Auswahl)</h2></div>
<ul><li>Epigramma in historium Matthiae Hunnyadis, regis Ungariac, Claudiopoli, 1565</li>
<li>Beitrag zur Disputation von Gyulafehérvár vom 8. bis 17. März 1568</li>
<li>Predigten von 1575–1592, fragmentarisch überliefert</li>
<li>Consensus ministrorum 1579</li>
<li>Articulli breves propositi Ecclesiae ad 2. diem Julii 1579 Claudiopoli</li>
<li>Scriptum in quo Paedobaptismus recipi et ovservari jubetur, 1579</li>
<li>Spottgedicht wider die Jesuiten, um 1588</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur_/_Quelle"><span id="Literatur_.2F_Quelle"></span>Literatur / Quelle</h2></div>
<ul><li>Annamária Pozsár: <i>Demeter Hunyadi</i>; in Mihály Balázs: <i>Ungarländische Antitrinitarier III</i>, Bibliotheca dissidentium, Baden-Baden 2004, ISBN 3-87320-704-4, S. 11–47</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Der Consensus Ministrorum wurde 1638 zur Grundlage der von Fürst <a href="R%C3%A1k%C3%B3czi" class="mw-disambig" title="Rákóczi">Georg I. Rákóczi</a> und vom Landtag auferzwungenen <a href="Complanatio_Deesiana" title="Complanatio Deesiana">Complanatio Deesiana</a>, mit dem u. a. die <a href="Sabbatarier_(Siebenb%C3%BCrgen)" title="Sabbatarier (Siebenbürgen)">Sabbatarier</a> aus der unitarischen Kirche ausgeschlossen wurden.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Edit Szegedi: <i>Ringen um den einen Gott: Eine politische Geschichte des Antitrinitarismus in Siebenbürgen im 16. Jahrhundert</i> Academic Studies 95, Göttingen 2023, ISBN 3-525-57353-7, S. 155 f.</span>
</li>
</ol>
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